Sitemap
Einleitung
ToKen
Atari, Mac und andere Computer
Typografie und Gestaltung
Diverses
Nette Sachen zum Downloaden
Links
Siteinfo
Stichwortsuche
Interaction
Home ToKen Alkoholfreier Sekt Cool oder nicht cool, das ist hier die Frage
Dies ist das Archiv von tobias-jung.de mit veralteten Inhalten. Siehe auch Archiv-Info
   TJ/home (WornOutVersion)
 ToKen

3.8 Hochzeitsspiele

 

 


Da ich schon im letzten Kapitel gerade bei Hochzeitsfeiern war, kann ich auch direkt dabei bleiben.

Denn das grausamste auf Hochzeiten sind die Hochzeitsspiele.


Na gut, da gibt es auch ganz nette. Aber die meisten sind einfach grauenhaft. Furchterregend. Niederträchtig.

»Die Würde des Menschen ist unantastbar«, sagt unser Grundgesetz direkt im ersten Absatz des ersten Paragraphen. Ein schöner Anfang. Ich kann mir eigentlich keinen besseren vorstellen.
Na gut, vielleicht »Das Bier ist kostenlos«, oder »Alle Frauen müssen nackt rumlaufen«, oder »Windows-PCs sind verboten« ... aber ich schweife ab.

Denn eigentlich wollte ich schreiben, das Hochzeitsspiele die Würde des Menschen mit den Füßen treten. Genauer gesagt, wird sie zerfetzt, verbrannt und auf ihrem Grab getanzt. Und die Leute freuen sich noch dabei. Die Täter sowieso, aber merkwürdigerweise auch viele der Opfer.



Hier nur ein Beispiel:
Es werden Pappteller verteilt, in deren Mitte ein Loch geschnitten wurde. Dazu aus Pappe geschnittene Hasenzähne. Die Leute müssen sich nun die Pappteller auf die Ohren setzen und die Hasenzähne in den Mund stecken, und dann wird ein bescheuertes Lied gesungen.

Nein, ist das lustig!!!
Zum Schreien komisch. Da sitzen die Leute mit Pappohren und Pappzähnen und singen. Toll. Ich glaube, ich habe im meinem Leben noch nichts witzigeres erlebt.

Ehrlich gesagt, habe ich in meinem Leben schon etwa 12183 witzigere Dinge erlebt, und grob geschätzt waren 12183 davon weniger entwürdigend.



Andere Spiele sind nicht ganz so entwürdigend, sondern einfach nur bescheuert: Man spielt »Die Reise nach Jerusalem«, mit dem Unterschied, dass sich die Leute (arme Gäste, die dazu genötigt wurden) beim Verklingen der Musik nicht einfach auf einen Stuhl setzen müssen -- statt dessen müssen sie eine Aufgabe erledigen, und erst dann dürfen sie sich einen Stuhl ergattern.

Die Aufgaben sind so schöne Sachen wie: »Holt euch von anderen Gästen drei Schuhe«. Und schon wieder haben wir etwas besonders witziges: Die Teilnehmer des Spiels rennen ins Publikum und müssen anderen, genauso unschuldigen Gästen einen Schuh ausziehen. (Glücklicherweise blieb mir das Schuhausziehen erspart, weil meine 10-Loch-Rangers nicht kompatibel mit der knappen Zeitvorgabe waren.)

Irgendwie wirkt sowas wie eine Light-Version jener Spiele, die man aus dem Special von Boulevard-Sendungen kennt, wo aus Mallorca-Diskotheken berichtet wird; nur dass man dort keine Schuhe, sondern Damenslips sammeln muss. Offensichtlich sind Damenslips Mallorca-, aber nicht Hochzeits-kompatibel.


Wenn ich mal heirate, werden die Gäste es hoffentlich unterlassen, derartige Spiele zu veranstalten. Ansonsten sehe ich mich gezwungen, ein ganz anderes Spiel zu veranstalten, in dem eine Kettensäge eine entscheidende Rolle einnimmt.




P.S.: An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Karin J. und André Z. bzw. die spielplanenden Verwandten/Bekannten, weil auf dieser Hochzeit derartig peinliche Spiele nicht im Programm waren.


[ Zum Seitenanfang ]
 

Home ToKen Alkoholfreier Sekt Cool oder nicht cool, das ist hier die Frage
Dies ist das Archiv von tobias-jung.de mit veralteten Inhalten. Siehe auch Archiv-Info
TJ/home Copyright © Tobias Jung