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3.1 Endlich enthüllt: Ein geheimer Bund

 

 


oder: Gesammelte paranoide Wahnvorstellungen und Verschwörungstheorien

[Warnung]

Freunde der TV-Serie Akte X kennen den geheimen Bund um den Zigarettenraucher -- finstere Männer, die im verborgenen die Geschicke der Welt leiten und dabei selten das Wohl ihrer Mitmenschen im Sinn haben.

Ich habe die Theorie entwickelt, dass es auch in der Realität einen ähnlichen geheimen Bund gibt: Den BAD, den Bund der Abscheulichen Denker und Erfinder -- eine weltweite Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Menschheit stets mit immer neuen, teuflischen Erfindungen zu geisseln.

So -- und nur so -- lässt sich die Existenz der verschiedenartigsten Dinge erklären.

Nehmen wir zum Beispiel die Tatsache, dass diverse Produkte -- etwa Videocassetten -- in Plastikfolie eingeschweißt den Kunden erreichen. Nur ein krankes Hirn, das seine Mitmenschen mit jeder Faser seines Daseins hasst, kann so etwas erfunden haben.

Wer hat nicht schon die Situation erlebt, in dem einem plötzlich einfällt, dass in anderthalb Minuten der Film anfängt, den man unbedingt aufnehmen wollte? Wer jetzt nur noch eine originalverpackte Videocassette zur Hand hat, wird den Anfang des Filmes mit Sicherheit verpassen, den man muss ja erst irgendwie die Plastikumhüllung entfernen. Und da gibt es dann verschiedene Tricks, einen schnelles Öffnen zu verhindern:

Manche Cassetten haben ein Aufreißbändchen in der Plastikfolie -- oder vielmehr, ein Abreißbändchen, denn je wichtiger der Film ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Bändchen abreißt, bevor es seinen Zweck erfüllen konnte. Und selbst wenn das gelungen ist, nützt einem das oft überhaupt nichts: Dann hat man zwar schon einen Teil der Folie entfernt, aber der (größere) Rest sitzt noch so stramm in der Verpackung, dass man die Cassette immer noch nicht herausbekommt.

Und hat man sich gerade an diese Ärgernisse gewöhnt, bekommt man als nächstes einen Cassette, bei der das Bändchen direkt weggelassen wurde.

Und nun soll mir noch einer erzählen, dass sei Zufall oder schlechte Planung. HA! Das ganze ist so genial durchdacht -- das kann nur böse Absicht sein.


Der BAD arbeitet überhaupt oft gerade im kleinen. Mit gezielten Nadelstichen versuchen sie, uns langsam kirre zu machen. Auch die Erfindung der abscheulichen »Wackeldackel«, die die Ablage so mancher PKW verunzieren, geht mit Sicherheit auf das Konto dieser teuflischen Organisation: Ein Frontalangriff auf den guten Geschmack! Kein normaler Mensch würde sich so etwas freiwillig ins Auto stellen, da ihm sich beim Anblick einer derartigen Scheußlichkeit sofort unwillkürlich der Magen umdreht. Bei den Leuten, die tatsächlich der Meinung sind, so etwas wäre lustig oder originell, hat der BAD sein Ziel schon erreicht.

Handys wiederum sind der beste Beweis, dass der BAD auch über langfristige Strategien verfügt: Jahrelang suggerien sie uns in verschiedensten Formen, dass man so etwas braucht. Sind Sie wichtig? Dann brauchen Sie ein Handy, um überall und jederzeit erreichbar zu sein! -- Lächerlich! Niemand, der wirklich wichtig ist, ist jederzeit erreichbar. Oder glaubt Ihr, dass der Bundeskanzler beim Scheißen ans Handy geht, nur weil der Oppositionschef einen Kompromiss aushandeln will?

Wer mit dem Wichtigkeits-Argument nicht zu kriegen ist, dem werden angebliche Vorbilder vor die Nade gesetzt: Seht doch mal, Scully und Mulder sind doch echt coole Typen, die haben auch ein Handy. -- Womit auch bewiesen ist, a) dass zwischen Akte X und dem BAD noch mehr Beziehungen bestehen die Idee eines geheimen Bundes; und b) wie gefährlich der BAD ist: Selbst ich, der die Existenz des BAD erkannt und geoutet hat, bin ein treuer Fan von Akte X und somit anfällig für die sublimen Botschaften des BAD: Ich gebe es offen zu, auch ich trage manchmal ein Handy bei mir. Dennoch habe ich ein offenes Auge für die möglichen Gefahren.

Denn mir kommt langsam der Verdacht, dass Handys irgendwelche mysteriösen Strahlen aussenden, die das menschliche Gehirn in zweierlei Weise beeinflussen -- die sozusagen eine Gehirnwäsche durchführen:

  1. Die Fähigkeit, Kosten-Nutzen-Rechnungen durchzuführen, wird ausser Kraft gesetzt;
  2. im Menschen erwacht das unstillbare Verlangen, jede Nichtigkeit sofort mit dem halben Bekanntschaftskreis durchzusprechen.

Zu 1:
Handys sind schweineteuer! Wer jetzt sagt: »Aber das stimmt doch gar nicht«, ist bereits schwer strahlengeschädigt. Beispiele?

  • Bei der Suche nach dem günstigsten Telefonanbieter im Festnetz wird auf zehntel-Pfennig-Beträge geschielt: »Was, Du telefonierst über Anbieter X? Der nimmt doch 4,5 Pfg pro Minute! Nimm lieber Anbieter Y, der nimmt nur 3,9 Pfg!«
    Na, prima! Da spare ich ja 0,6 Pfg pro Minute! Da habe ich nach einer Stunde schon 36 Pfg gespart und kann somit (abends bzw. im gleichen Netz) schon eine ganze Minute länger über Handy telefonieren.
  • Jede klitzekleine, ökologische sinnvolle Bezinpreiserhöhung wird seitens der Bevölkerung mit schwerem Diebstahl gleichgesetzt: »Waaaaaaas, 3 Pfg mehr pro Liter??? Da zahle ich bei jeder 40 Liter-Füllung 1,20 DM mehr; dafür könnte ich schon (tagsüber oder in ein anderes Netz) fast eine Minute über Handy telefonieren!!!«

Also, ich finde, da misst irgendjemand mit zweierlei Maß... Aber nein, das kann man ja nicht vergleichen. Handys sind ja sooo nützlich! Womit wir beim nächsten Punkt wären.

Zu 2:
Man kommt ja nicht umhin, den Handy-Gesprächen seiner Mitmenschen zu lauschen. Dafür schreien sie viel zu laut in die Muschel. (Schlechte Verbindung oder watt?) Und da hört man dann ständig einen höchst wichtigen, unaufschiebbaren Informationsaustausch wie:

  • »Ich steh' gerade vor'm Kühlregal. Erdbeerjoghurts von Müller sind leider aus. Darf's auch der von Tuffi sein? Oder lieber Himbeerjoghurt von Müller?«
    -- Mann, echt total wichtig. Das Lebensglück des Gesprächspartners hätte wahrscheinlich einen irreparablen Schaden erlitten, wenn man einfach so einen Tuffi-Joghurt mitgebracht hätte...
  • »Ich sitzt jetzt in der S-Bahn. In etwa 40 Minuten komme ich in Düsseldorf an.« -- Jetzt kommt nicht so etwas wie Hol' mich doch bitte vom Hauptbahnhof ab, was ja noch Sinn machen würde. Nein, der nächste Satz lautet: »Ich ruf' Dich dann nochmal an.«
    -- Mann, echt total wichtig. In Düsseldorf lautet der Satz dann wahrscheinlich: »Ich bin jetzt in Düsseldorf. Ich nehme dann die nächste Straßenbahn nach Oberbilk.«
    ([s.
unten] Anmerkung für Düsseldorf-kundige)
    In Zukunft wird dann wohl jede Tätigkeit irgendeinem Menschen mitgeteilt: »Ich bin jetzt gerade auf dem Klo und mach die Hose auf. Ich meld' mich nochmal, nachdem ich die Hände gewaschen habe.« Und das nächste Gespräch: »Ich hab' jetzt gerade die Hände gewaschen, die sind jetzt wieder sauber. Mann, ich habe gerade mindestens einen halben Liter gepisst! Ich melde mich dann wieder, wenn...«

Und so werden auch die Handys das ihrige zum allgemeinen Wahnsinn der Menschheit beitragen: Die Besitzer werden bekloppt, weil sie nie mehr ihre Ruhe haben oder verzweifeln eines Tages, wenn ihnen klar wird, dass sie trotz Handy immer noch die unwichtigen Arschlöcher sind, die sie schon immer waren. Die Nicht-Besitzer werden bekloppt, weil sie überall vom Klingeln der Handys anderer Leute belästigt werden. Damit das noch schneller geht, wurden Handys erfunden, die ganze Liedchen abspielen (deren Melodik übrigens verdächtig an die Homecomputer der frühen achtziger Jahre erinnert).

Und ich -- als Aufdecker der Machenschaften des BAD immer eine potentielle Gefahr -- lande eines Tages vermutlich im Gefängnis, weil ich einen Handybesitzer, der sein Teufelsgerät selbst im Kino nicht ausschaltet, mit einer Pump Gun ins Jenseits befördert habe.



Noch viel beunruhigender aber ist, dass die Mitglieder dieses geheimen Bundes schon sehr viele, wenn nicht gar alle Bereiche des alltäglichen Lebens infiltriert zu haben scheinen: Ganz sicher erstellen sie die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrmittel, um zu verhindern, dass irgendjemand irgendwo in Deutschland sein Ziel in einer annehmbaren Zeit erreicht. Ebenso sicher gehören Mitglieder des BAD zu den Programmverantwortlichen des deutschen Fernsehens. Und höchstwahrscheinlich haben sie Microsoft bei der Entwicklung von Windows und sämtlichen Anwendungsprogrammen beraten.



[Warnung]

Das größte Übel aber, was der BAD der Menschheit angetan hat, das seit seiner Erfindung mit penibel genauer Planung zu einer tödlichen Angriffswaffe gegen die psychisch-seelische Gesundheit des Menschen weiterentwickelt wurde, sind unzweifelhaft: Die Ämter.

Ich kann jedem Menschen nur wünschen, niemals in die Tretmühle steigen zu müssen, die da lautet: Ich will etwas vom Amt. Wenn dieses »etwas« auch noch Geld ist, erlebt man die Unmenschlichkeit dieser Maschinerie in voller Härte. Ich vermute sogar, dass die Beamten und Angestellten, mit denen man im Amt gezwungen ist sich auseinanderzusetzen, keine Menschen sind. Wahrscheinlich sind es Roboter oder holographische Projektionen. Oder die Mitarbeiter werden innerhalb des Amtes vom BAD ebenfalls mit mysteriösen Strahlen malträtiert, die Verhaltensweisen hervorrufen, die jedem fühlenden Lebewesen zutiefst zuwider wären.

Bürokratie ohne Rücksicht auf Verluste wird zum neuen Lebensmotto. Hoffnungsvollen Menschen muss das Rückgrat gebrochen werden! Was ist das? Ein Bürger, der voller Motivation und Elan einen neuen, zukunftsträchtigen Berufsweg einschlagen will? So geht's ja nicht! Wo kämen wir denn hin, wenn es keine Arbeitslosen mehr gäbe? Die Zufriedenheitsquote in der Bevölkerung würde ja ins Unermessliche steigen! Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden!

Richtet sich aber eine Kamera oder das Mikrofon eines Journalisten auf diese Roboter/Hologramme/manipulierten Menschen, so nehmen sie die äußerliche Form eines freundlichen Zeitgenossen an (was ganz nebenbei die Möglichkeit eröffnet, dass der BAD mit dem aus Star Trek -- Deep Space Nine bekannten Dominion zusammenarbeitet) und benutzen so Wörter wie Bürgernähe oder Hilfsbereitschaft. Vermutlich wissen sie nicht einmal, was diese Formulierungen bedeuten, aber sie haben sie mal irgendwo gehört und wollen sie mal ausprobieren.
([s.
unten] Anmerkung zu diesem Thema)

Nein, das alles kann kein Zufall oder die Niedertracht einzelner Menschen sein. Dahinter kann nur ein Plan stecken! Und wer hätte sich etwas derartig teuflisches ersinnen können, wenn nicht der BAD?



-- Weitere Beweise für die Existenz des BAD nehme ich jederzeit gerne entgegen.




Anmerkung für Düsseldorf-kundige:
Bevor irgendjemand meckert: Ich weiss gar nicht, ob vom Düsseldorfer Hbf eine Straßenbahn nach Oberbilk fährt. Das Gespräch an sich wäre auch Blödsinn, weil ich es in einer S-Bahn gehört habe, die kurz nach dem Hbf auch Oberbilk anfährt. Aber ich kenne halt keinen anderen Düsseldorfer Stadtteil, und das ist auch nicht weiter schlimm: Was habe ich in einer Stadt zu suchen, die kollektiv Alt-Bier für die Krönung der Braukunst hält?
 
Anmerkung zu den Menschen(?) »auffem Amt«:
Naja, ich will ja nicht alle über einen Kamm scheren, deshalb: Vielleicht gibt es in irgendwelchem Ämtern auch freundliche, hilfsbereite Menschen. Zumindest wurden mir schon einigermaßen glaubhafte Berichte darüber zugetragen. Aber das gilt ganz sicher nicht für meine Heimatstadt und dort besonders nicht für das Amt, dessen Logo dem Anarchie-Zeichen verdächtig ähnelt -- was übrigens nur blanker Hohn sein kann, denn starre, verkrustete Bürokratie ist das genaue Gegenteil von Anarchie.
 

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