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Home Warum Atari? Warum Atari? Atari-Software und warum ich sie mag
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 Atari, Mac und andere Computer
 Warum Atari?

4.1.1 Tobias' tolle Atari-Systeme

 

 


Thematisch ähnlich gelagert:
>>> Meine persönliche Computergeschichte


Insgesamt habe ich drei Atari-Computer, was daran liegt, daß ich es (fast) nie über's Herz gebracht habe, einen ausrangierten Rechner zu verkaufen oder gar wegzuschmeißen -- und das hat sich im Nachhinein sogar als vorteilhaft erwiesen.

Die (maus)graue Eminenz: Der Atari 1040 STFM

Im Jahre 1988 habe ich mir meinen ersten Atari-Computer gekauft. In der hiesigen Vobis-Filiale (sic!) erwarb ich den 520STM -- mit 8 Mhz CPU-Takt ein für damalige Zeiten recht schneller Rechner, mit 512 KByte RAM großzügig ausgestattet. Dazu gab es den Monitor Atari SM124, den legendären Monochrom-Bildschirm mit einer Auflösung von 640 * 400 in 71 Hz Bildwiederholfrequenz: Gerade der letzte Wert ließ PC-Monitore alt aussehen. Und das alles mit einer grafischen Benutzeroberfläche -- tja, Ihr PCler, tippt Ihr mal schön Kommandos am DOS-Prompt ein.

Dieser Computer war der einzige, den ich je wieder verkauft habe, um mir Ende 1989 den 1040STFM leisten zu können: Ein ganzes MByte RAM, eingebautes 3.5«-Double-Density-Diskettenlaufwerk (zu dem man damals noch ungestraft »Diskettenstation« sagen durfte) -- whooaaa, was für ein superkomfortabler Rechner. PCler, erblaßt vor Neid!

Übrigens waren Atari-Computer damals allgegenwärtig: Atari-Händler waren alle naselang zu finden; und selbst, wenn man sich in der Computerabteilung des Kaufhauses umsah, fand man Atari-Hard- und Software, und noch besser: Die Verkäufer kannten sich damit sogar ein bißchen aus und sahen einen bei der Frage nach Atari-Produkten nicht an, als hätte man sie gefragt, ob sie auch gebratene Hermeline verkaufen. Und wenn man gefragt wurde: »Was für einen Computer hast Du?«, so war damit nicht gemeint, was für einen Pentium man sein eigen nennt, sondern ob man einen PC, einen Amiga, vielleicht noch einen C64, oder eben einen Atari hatte. Gab man sich dann als Atarianer zu erkennen, konnte man nicht selten mit seinem Gesprächspartner über das gemeinsame System fachsimpeln. PC-User nickten oft anerkennend: »Die Ataris sollen ja echt gut sein -- ein hervorragener s/w-Monitor, schnelle 8 MHz Takt und dann diese komfortable grafische Benutzeroberfläche... ich wünschte, mein PC könnte auch diese praktischen 3½-Zoll-Disketten verarbeiten...«

Natürlich gab es auch damals schon Zweifler: Der »echte« PCler verachtete die Spielkiste Atari -- richtig professionell war ja nur ein PC, wobei Professionaltät anhand einiger stichhaltiger Kriterien gemessen wurde: Der hohe Preis, den man für Software hätte zahlen müssen (wenn man die entsprechenden Programme tatsächlich gekauft und nicht raubkopiert hätte); die DOS-Oberfläche ohne grafische Elemente; und vor allem natürlich die Tatsache, daß für PCs kaum vernünftige Spiele erhältlich waren -- schließlich benutzt der Profi seinen Computer zum Arbeiten, nicht zum Zocken. Das hielt allerdings nicht lange an. Die PCs wurden billiger, besser und mit einer grafischen Oberfläche ausgestattet. Und schon wieder war mein Atari nichts im Gegensatz zu den tollen PCs: »GEM ist natürlich nicht so professionell wie Windows. Und überhaupt: Für den Atari kommen ja gar keine Spiele mehr auf den Markt. Mit einem PC ist man da eindeutig besser dran.« Und an das Argument, das DOS-User immer gegen den Mac vorgebracht hatten: »So eine Oberfläche frißt ja nur Rechenzeit, und schließlich kommt es auf einen möglichst schnellen Rechner an« konnte sich plötzlich auch niemand mehr erinnern...

Herrje, ich schweife ab. Also, der 1040STFM wurde im Laufe der Jahre erweitert: Erst bekam er 2.5 MByte, dann 4 MByte RAM. Eine Festplatte wurde angeschlossen: Mann, fette 52 MByte, da kommt man ja Jahre mit aus. Interessanterweise kam übrigens wirklich Jahre damit aus.

Irgendwann genügte der 1040 aber trotz allem nicht mehr meinen Ansprüchen: Ein neuer Rechner mußte her.



Der Exot: Der Atari Falcon 030

1994 habe ich mir den Falcon gekauft. Ein richtungsweisender Computer. Leider konnte der Falcon noch so heftig richtungsweisen, hingeschaut hat keiner.

Das lag meiner Meinung nach zwar hauptsächlich an der Firma Atari (s. Die Tramiel-Theorie), aber das macht die Sache auch nicht besser. Mal ehrlich: Welcher PC hat damals einen DSP zu bieten, oder A/D-Wandler? Welcher Computer war serienmäßig Harddisk-Recording-fähig? Außer dem Falcon wohl keiner.

Gut, mit seinen 16 MHz Takt war er nicht gerade schnell; aber immerhin konnte er mit einer kleinen Erweiterung auf 32 MHz aufgepumpt werden. Gut, eine Grafikauflösung von 640 * 480 in 60 Hz waren auch damals nicht mehr der Stand der Dinge, aber immerhin konnte er mit einer kleinen (externen!) Erweiterung bspw. auf 800 * 600 in 70 Hz aufgepumpt werden. Gut, in 256 Farben war er elendiglich langsam, so daß man eigentlich nur in 16 Farben arbeiten konnte, aber... Okay, okay, hier fällt mir kein »aber« ein. 16 Farben, das war auch damals nicht gerade der Bringer, aber mir hat's gereicht. Außerdem: Wenn ich mir Titten-GIFs in 256 Farben angucken wollte, habe ich im 16-Farben-Modus ein Programm gestartet, das hat mal eben in den 256-Farben-Modus geschaltet, das Bild angezeigt und beim Beenden wieder auf 16 Farben zurückgeschaltet. Habt Ihr das damals mit einem PC machen können? -- Na bitte!

Im Laufe meiner Falcon-Zeit entdeckte ich dann das Multitasking -- damit ist natürlich gemeint, daß ich als Anwender Mutitasking entdeckte; nicht, daß ich der Erfinder der Multitasking bin -- was allerdings auch einige Probleme mit sich brachte: Ataris Multitasking-Betriebssystem MultiTOS war langsam, speicherfressend und recht absturzfreudig. Wie schön war da, daß die deutsche Firma Application Systems Heidelberg (ASH) ein Atari-kompatibles Multitasking-Betriebssystem namens MagiC in Petto hatten: Jetzt konnte ich auch auf dem Falcon schnell, betriebssicher und komfortabel multitasken.

Leider hatte die recht eigenwillige Hardware des Falcon so ihre Probleme mit MagiC (oder umgekehrt, darüber streiten noch heute die Gelehrten), so daß ich nach dem Einschalten oft minutenlang immer wieder neu booten mußte, bis MagiC endlich lief. Wenn es einmal lief, ging es auch recht problemlos.

Trotzdem war das natürlich nervig. »Vielleicht klappt's ja mit dem nächsten Atari-Computer besser«, dachte ich; aber leider war der Falcon der letzte Computer, den Atari hergestellt haben. Überhaupt waren im Laufe von drei Jahren meine Ansprüche mal wieder gestiegen -- wie das halt immer so ist in der Computerwelt -- und folgerichtig habe ich mir Anfang 1997 dann den nächsten Computer gekauft.


Trotzdem war der Falcon weiterhin im Einsatz -- bis er am 26.7.2000 völlig ohne Vorwarnung nicht mehr hochfuhr. Sang- und klanglos hatte sich dieser einstmals innovative Rechner von mir verabschiedet.
Ein harter Schlag!



Der getarnte Ataricomputer: Der PowerMac 4400

Seit 1997 habe ich also einen Apple PowerMacintosh 4400/160. Bin ich also nun zum Apple-Jünger mutiert? -- Nein. Denn ich habe MagiC Mac.

Das o.g. Atari-kompatible Betriebssystem wurde nämlich auf den Mac portiert. Hier startet man es wie ein ganz normales Programm, und schon kann man mit ganz normalen Atari-Programmen arbeiten, die so ganz gutgäubig annehmen, sie würden auf einem echten Atari laufen. Na gut, manche Atari-Programme laufen dann doch nicht. Vor allem keine Spiele. Naja -- das ist ein bißchen schade, aber zum Spielen setze ich mich eigentlich sowieso lieber an die Playstation. Anwendungsprogramme hingegen, die unter MagiC Mac nicht laufen, kann man i.d.R. sowieso so ziemlich vergessen, weil sie unsauber geschrieben sind.

Aber alle Programme, die tatsächlich unter MagiCMac laufen -- und das tun alle modernen, vernünftigen Programme -- arbeiten so selbst auf dem mittlerweile recht betagten PowerMac 4400 so fix, wie man es nicht für möglich halten würde. Moderne Mac-Programme laufen mittlerweile auf diesem Rechner etwas zäh, aber bei den Atari-Programmen hat man eigentlich keinen Grund zu klagen.

»Mag ja sein«, spricht da der überzeugte Windows- oder Mac-Jünger, »aber Atari gibt's doch nicht mehr? Wer will denn schon noch mit Programmen arbeiten, die zig Jahre alt sind?« Und wieder mal liegt er falsch. Denn die Atari-Programme sind nicht uralt. Doch zur Software kommen wir im nächsten Kapitel.



Der richtige Mac: PowerMac G4/466

Seit dem 2.8.2001 ist mein Hauptcomputer ein PowerMac G4/466. Er unterscheidet sich direkt in mehreren Punkten von meinen bisherigen Rechnern:

  • Es ist der erste Computer, den ich im Sommer gekauft habe. Das ist allerdings kein bedeutsamer Unterschied, wie ich zugeben muss.
     
  • Es ist der erste Computer, den ich gebraucht gekauft (oder vielmehr bei eBay ersteigert) habe. Die anderen waren alle neu.
     
  • Es ist der erste Computer, der kein Atari ist.
     

»Moment mal«, ruft Ihr jetzt, »der letzte Rechner war doch schon ein Apple!«
Ja.
Nein.
Nicht direkt.

Nicht umsonst läuft der PowerMac 4400 hier unter der Bezeichnung »getarnter Ataricomputer«.
Den 4400 habe ich gekauft, weil ich einen neunen, schnelleren Atari haben wollte. Da es keinen echten Atari gab, der diesen Ansprüchen gerecht wurde, habe ich halt zur besten Alternative gegriffen: Ein Mac mit MagiCMac.
Nicht umsonst hatte ich damals MagiCMac schon ein paar Tage vor der Anschaffung des Mac gekauft: Er sollte sofort in einen Atari-kompatiblem verwandelt werden.

Den G4 habe ich mir gekauft, weil ich einen neuen Mac wollte: Die Mac-Programme, mit denen ich so arbeite, waren auf dem 4400 nicht vernünftig zu gebrauchen. Oder ich wollte mit ihnen arbeiten, aber sie liefen gar nicht erst.

Der 4400 sollte also ein besserer Atari sein.
Der G4 sollte ein besserer Mac sein.

Bin ich also jetzt zum Apple-Jünger mutiert?
Nicht wirklich. Denn ich arbeite weiterhin mit so einigem Atari-Kram. Aber der Anteil ist zurückgegangen.
Aber immerhin habe ich immer noch einige Kritikpunkte am Mac und/oder an Apples Philosophie zu vermelden, die ein echter Apple-Jünger wohl nicht äußerst.

Denke ich zumindest.


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