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Home Kurzgeschichten und superkurze Geschichten Der Pechstag Baumberg
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 Kurzgeschichten und superkurze Geschichten

6.4.2 Superkurze Geschichten

 

 


Kanne

Als der Mann ins Zimmer kam, sagte die Teekanne gerade zur Teetasse: »Schönes Wetter heute.«
»Oh«, rief der Mann, »meine Teekanne redet?«
»Oh«, rief die Teekanne, »mein Mann redet?«


 

Tagebuch

Hermann schrieb aus Spaß in sein Tagebuch: »Heute: Franz umgebracht.«
Da kam der Polizist und sagte: »Franz ist umgebracht worden... Ja, was steht denn da in ihrem Tagebuch?«


 

Zwei Freunde I

Ein Mann sagte zu seinem Freund: »Du bist der beste Mensch, den ich kenne: Ehrlich, ordentlich, offen, moralisch, Nichtraucher, Antialkoholiker, höflich, hilfsbereit, gastfreundlich und gutaussehend.

Der Freund war ehrlich und sagte: »Du gehst mir tierisch auf'n Sack.«


 

Der Schriftsteller I

Es war einmal ein Schriftsteller, der mochte keinen Sex leiden in seinen Büchern.
Er schrieb:

»Ich hab 'nen Komplex:
in keinem Buch Sex.«


 

Theodor

Theodor war sehr pessimistisch.
Und schon ging die Welt unter.
»Hab' ich mir doch gleich gedacht«, brummte Theodor.


 

Gott I

»Anne ist wieder gesund«, sagte Frau Schulze.
»Gott sei Dank!« rief Frau Maier.
Da stieg Gott vom Himmel herab und sagte: »Hab' ich die Medizin verschrieben oder watt?«


 

Zwei Freunde II

Zwei alte Freunde trafen sich nach langer Zeit auf der Straße.
Wie du aussiehst, sagte der eine.


 

Der Schriftsteller II

Ein anderer Autor berichtete über Menschen, die dadurch, dass sie immer die Wahrheit sagten, berühmt, angesehen und reich wurden.

Die Leute sagten: »Da seht Ihr's! Er beweist, dass nur die Wahrheit der rechte Weg des Lebens ist.« Und sie kauften seine Bücher, und der Schriftsteller wurde berühmt, angesehen und reich.

Dabei hatte er fortwährend gelogen.


 

Das Gespräch

Zwei Männer kamen sich auf der Straße entgegen. Sie gingen aneinander vorbei.
Plötzlich blieb der eine stehen, wandte sich um und sagte:

»Entschuldigen Sie.«

»Ja bitte?« -- Auch der andere drehte sich um.

»Sind Sie der, für den ich sie halte?«

»Tut mir leid, das kann ich Ihnen leider nicht sagen.«

»Wieso das denn?«

»Es ist so: Ich weiß leider nicht, für wen Sie mich halten.«

»Ich verstehe. Wie bedauerlich! Geradezu ärgerlich... Sie müssen wissen, wenn Sie jener wären, für den ich Sie halte, würde ich Sie aus ganzem Herzen hassen und würde Sie jetzt töten!«

»Ist es die Möglichkeit?«

»Doch. Seit Jahren brenne ich darauf, jenen Mann zu morden. Nun dachte ich schon, ich wäre am Ziel meiner Wünsche. Aber da Sie mir die begehrte Auskunft nicht zu erteilen vermögen...«

»Nun verstehe ich Ihren Ärger nur zu gut. Eine Angelegenheit, die möchte einen wütend machen.«

»Sie sagen es.«

»Vielleicht wüsste ich einen Weg, Ihnen aus dieser misslichen Lage zu helfen.«

»Oh! Wenn das möglich wäre...«

»Aber ja doch! Sie sagen mir, für wen Sie mich halten, und ich sage Ihnen, ob ich jener bin.«

»Eine wahrhaft gute Lösung!«

»Also?«

»Wenn ich ehrlich sein darf... ich halte Sie für Herrn Gerhard Hanse.«

»Oh! Welch' seltener Zufall! -- Ja!«

» 'Ja'? Was meinen Sie mit 'Ja'?«

»Ich beantwortete soeben Ihre erste Frage.«

»Meine erste Frage?«

»Sie fragten mich, ob ich der bin, für den Sie mich halten. Und ich sagte: 'Ja'.«

»Nein! Das erfreut mich ungemein! Nun, da das geregelt ist, würden Sie mir erlauben, Sie kaltblütig zu ermorden?«

»Aber selbstverständlich!«

»Ich bin Ihnen zu tiefstem Dank verpflichtet. Sehen Sie dieses scharfe Schwert? Damit schlage ich Ihnen jetzt den Kopf ab.«

»Eine Frage würde ich doch noch gerne stellen, wenn es Ihnen nichts ausmacht: Wer sind denn Sie?«

»Mein Name ist Dietrich Leither.«

»Oh! Hätte ich das gewusst, hätte ich Sie getötet. Tja, wie das Leben so spielt.«

»Ja, es ist voll der seltsamsten Verstrickungen.«

»Gestatten Sie mir -- nun, da Sie mich schon töten -- dass ich Ihnen noch wenigstens eine Ohrfeige gebe?«

»Nur zu.«

»Da!«

»Ah!«

»Ich hoffe, das war nicht zu feste?«

»Aber keine Spur!«

»Dann ist es ja gut.«

»Nun, ich bin leider ein bisschen in Eile. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich sie jetzt sofort töten würde?«

»Aber nein! Erfüllen Sie nur Ihre lästige Pflicht!«

»Gut. Dann leben Sie wohl, einstweilen.«

»Ebenso!«

Und der eine schwang das Schwert.

Der Kopf des anderen flog nicht weit.


 

Gott II

Der Pfarrer predigte die Moral.
Die Leute aber schliefen oder dachten ans Bumsen.


 

Der Schriftsteller III

Ein weiterer Schriftsteller füllte Bücher mit langen, wirren Sätzen ohne Sinn, denn er war wahnsinnig.

Die Leute sagten: »Ist es nicht phantastisch, wie er uns die Schwächen unserer Gesellschaft entgegenhält mit verschlüsselten Sätzen voller Metaphern?«


 

Utri Heil

Es war einmal ein König, der hatte eine Tochter. Sie hieß Utri. Sie war sehr schön. Die Untertanen riefen: »Utri Heil!«, wenn sie auf den Balkon des großen Palastes trat.

Aber Utri trat nie auf den Balkon des großen Palastes. So konnten die Untertanen nie »Utri Heil« rufen.
Sie waren sehr betrübt.


 

Der biedere Mann

Es war einmal ein Mann, der war brav und bieder und immer fein angezogen.
Da begab es sich, dass er, als er über die Straße ging, von einem bösen und finsteren Mann, der gerade schlechte Laune hatte, erschossen wurde.
»Tja, das kann ja mal vorkommen«, dachte er noch und starb.
 
 

© Tobias Jung
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