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5.6.2 Fehler von privaten Websites

 

 


Der größte Fehler von privaten Homepages ist es, sie mit MS Frontpage zu designen...

Okay, das dürft Ihr mal wieder nicht so ernst nehmen. Mangels Erfahrung weiß ich auch gar nicht, was für einen Code Frontpage erzeugt. Ich habe aber schon gehört (und der Verdacht liegt ja auch irgendwie sehr nahe), dass Frontpage-erzeugte Seiten auch nur mit dem Internet Explorer korrekt dargestellt werden.

Ich wollte damit auch nur sagen: Viele private Webmaster benutzen Programme, mit denen man HTML-Seiten »zusammenklicken« kann: Ohne jegliche Kenntnisse von der Materie wird die eigene Website erstellt.

Rein prinzipiell ist dem ja auch gar nichts entgegenzusetzen. Man muß ja auch nicht unbedingt HTML im Schlaf beherrschen (das tue ich auch nicht), um die eigene Seite im Internet zu veröffentlichen. Aber es wäre schon ganz nett, sich wenigstens ab und zu mal ein paar Gedanken darüber zu machen, was man da eigentlich tut. Will man, dass sich andere Leute für die eigene Seite interessieren, oder will man, dass sie sich mit Grauen abwenden? Will man, dass sie sich über einen lustig machen?

Leider nicht mehr im Netz zu finden ist die private Website eines gewissen Rene aus der Schweiz. Die schlichte Gestaltung dieser Site hat ja gewissen Puristen evtl. sogar noch gefallen... mit dem Inhalt hat der Kerl sich aber freiwillig in der gesamten deutschsprachigen Welt der Lächerlichkeit preisgegeben, wie die Einträge in seinem Gästebuch bewiesen haben. Das wäre nicht passiert, wenn er sich nur einen Augenblick darüber Gedanken gemacht hätte, wer warum im Internet surft und mal auf seiner Site landen könnte. Offensichtlich hat er angenommen, es wäre viele junge Frauen (»16 - 30 Jahre, kann aber auch älter sein«) im Netz unterwegs, die nur darauf gewartet haben, endlich einen Mann zu treffen, mit dem sie ihre »nichterfüllten Sex-Wünsche befriedigen können«. Es folgte eine genauere Beschreibung seiner Wünsche, die wir uns hier aber schenken wollen. Schade, dass ich für diese Site keinen Link mehr angeben kann. Ein Lehrbuchbeispiel für Websites, die kein Mensch braucht, nicht einmal der Anbieter selbst. (Okay, meine Site braucht auch kein Mensch, aber wenn Ihr bis hier hin gelesen habt, gehe ich davon aus, dass Euch das eine oder andere Thema zumindest ein bisschen interessiert hat.)

Andere verwechseln das Internet zwar nicht mit dem Kontaktanzeigen-Teil diverser Magazine, machen sich aber trotzdem keine Gedanken darüber, wie und womit die Leute auf ihre Site kommen. Diese Leute produzieren auch gerne Lehrbuchbeispiele, nur diesmal heißt das Thema »Alle Features eines aktuellen Browsers bis in letzte ausnutzen« oder auch »Nervenzusammenbrüche gestresster Surfer, hervorgerufen durch schweinelahm geladene Websites, die am Ende den Rechner zum Absturz bringen, am praktischen Beispiel.«

Wozu schreibe ich das eigentlich? Es gibt genug andere Texte, die man sich zu diesem Thema zu Gemüte führen kann. Vor allem aber: Den Leuten, die genau wie ich von miserabel designten/aufgebauten Seiten genervt sind, teile ich nichts neues mit. Und jene, die derartige Seiten verbrechen, werden nicht damit aufhören, nur weil ich rumgemeckert habe.

Deshalb jetzt auch nur noch der Abschlußgedanke zu diesem Thema: Das schöne und vor allem demokratische am Internet ist, dass sich (zumindest theoretisch) jeder Mensch auf der Erde allen anderen mitteilen kann. Aber dann man sollte sich doch schon bemühen, die Anderen nicht sofort wieder zu vergraulen; oder ihnen gar den Zutritt zur eigenen Seite verwehren, indem man die Website so gestaltet, dass sie nur für ganz bestimmte Hard-/Softwarekonfigurationen lesbar ist.

Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass die Software, mit der man seine Site erstellt, »alles im Griff« hat. Ein klein wenig Grundwissen gehört auch schon dazu. Sich das anzueignen, ist nicht schwer und erfordert nicht viel Zeit. Der Lohn ist vielfältig: Zum Einen das schöne Gefühl, wieder mal etwas gelernt zu haben und eine neue Fertigkeit zu beherrschen. Zum Anderen wird die eigene Website »besser« werden und man hat mehr zufriedene Besucher. Und drittens erlebt man dann auch nicht mehr die unangenehme Situation, dass man sich auf einer Party vorstellt und alle Gäste brechen in schallendes Gelächter aus, weil sie Deine Homepage schon mal besucht haben.

Ich selbst werde bei ähnlichen Gelegenheiten stets mit stehenden Ovationen begrüßt, weil alle Leute meine Website so toll finden.
Aber das war natürlich wieder einmal schamlos gelogen.

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