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 Das Fernsehen

3.2.2 Big Brother

 

 


[Warnung]

»Guten Tag, würden Sie bitte mal Ihren Kopf in diesen Eimer Scheiße stecken?«
»Wie bitte, Sie haben ja wohl den Schuss nicht gehört! Gehen Sie weg!«
»Ja aber Sie bekommen Geld dafür, und im Fernsehen gezeigt wird's auch!«
»Ach so -- dann mal her mit dem Eimer!«


Was will uns diese kleine Geschichte sagen? Sobald ein Fernsehauftritt in Kombination mit einem (möglichen) Geldgewinn ins Spiel kommen, machen die Leute alles. Selbst Sachen, die ein vernünftig denkender Mensch unter normalen Umständen im Leben nicht machen würde. Beispielsweise den Kopf in einen Eimer Scheiße zu stecken. Oder sich wochenlang in einen Container einsperren und bei jeder noch so intimen Tätigkeit filmen zu lassen.

Mal ehrlich, den größten Teil der Diskussionen um Big Brother fand ich ziemlich lächerlich. Ganz abgesehen davon, dass die Sendung bei weitem nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen hätte, wenn irgendwelche selbsternannten Hüter der Kultur und Moral nicht Zeter und Mordio geschrieen hätten -- mein Gott, wenn die Leute es interessant finden, anderen Leuten beim Zähneputzen, Popeln und Gesprächsrunden zum Thema »Wie rechtsdrehender Joghurt mein Leben verändert hat« zuzugucken, dann sollen sie das tun.

Erschreckender ist, dass sich Leute für so einen Mist auch noch freiwillig melden. Leute, die rufen: »Was soll das heißen, die Würde des Menschen ist unantastbar? Meine Würde dürft Ihr mit schmutzigen Händen begrabbeln! Ihr dürft sie zerfetzen, verbrennen und auf ihrem Grab tanzen!«

Lächerlich ist, dass ein haarsträubend dummer Proll, dessen einzige Leistung darin bestand, sich in einen Container einsperren und beim Zähneputzen, Popeln (...) filmen zu lassen, zum Medienstar avanciert. Der einzige Trost besteht darin, dass sich in kürzester Zeit kein Schwein mehr für ihn interessieren wird.



Was wird nach Big Brother kommen? Da sind die Fernsehleute mal wieder nicht konsequent genug: Sie wollen (bzw. haben es schon getan) Leute in einem Bus oder in einem kleinen Raum einsperren oder auf eine einsame Insel verbannen, auf der es nicht einmal einen Freitag gibt und auch keine barbusigen Hula-Mädchen (was soll man eigentlich da?).

Alles viel zu lasch: Mensch, wir haben doch jetzt gesehen, dass die Leute für Geld und einen Fernsehauftritt alles machen -- jetzt geht auch in die Vollen! Mein Vorschlag: Führt die Gladiatorenspiele wieder ein! Die alten Römer haben sich köstlich dabei amüsiert, anderen Leuten beim »Sich-gegenseitig-tothauen« zuzuschauen. Das funktioniert auch heute noch! Und was die Kandidaten angeht -- kein Problem: Übertragt das Gemetzel zur besten Sendezeit und versprecht dem letzten Überlebenden ein paar Millionen Mark (kommt durch Werbung locker wieder rein), und die Bewerber rennen Euch die Türen ein!

Und wenn das dann doch ein bisschen zu hart ist, dann bringt wenigstens »Reality Tomb Raider«: Die Kandidaten müssen die gleichen Aufgaben wie Lara Croft erfüllen, mit dem Unterschied, dass sie nach dem Dahinscheiden ihr Leben nicht neu laden können. Und wenn das immer noch nix ist, dann ist da immer noch die Idee mit dem Kopf im Eimer Scheiße...


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