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Home Warum Atari? Tobias' tolle Atari-Systeme Aus der Not eine Tugend machen
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 Atari, Mac und andere Computer
 Warum Atari?

4.1.2 Atari-Software und warum ich sie mag

 

 


Eine Anmerkung vorweg:
Es ist schon eine Weile her, dass ich dieses Kapitel verfasst habe. Und wenn ich damals noch behauptet habe, dass man die u.g. Aufgaben mit Atari-Programmen genauso gut erledigen kann wie auf anderen Systemen, so muss ich diese Behauptung mittlerweile leider zumindest teilweise zurücknehmen.

Beim Surfen im Internet muss man heutzutage doch schon mit erheblichen Einschränkungen leben, wenn man dafür Atari-Software verwendet.
Für meine eMails benutze ich seit geraumer Zeit auch einen Mac-Client (obwohl ich hier zugeben muss, dass es noch aktuelle Atari-Mailer gibt, die ich nie ausprobiert habe).



Was macht man eigentlich so die ganze Zeit am heimischen Computer? Man schreibt Briefe, wissenschaftliche Arbeiten oder Bücher; man zeichnet Grafiken; verwaltet seine CD-, Video- oder Bierdeckelsammlung; führt Buch über private Ein- und Ausgaben; man surft durchs Internet, verschickt und empfängt eMails und erstellt seine eigenen Homepage; und gelegentlich gestaltet man eine Einladung oder Glückwunschkarte.

Und alles das kann man mit Atari-Software genauso gut machen wie mit Windows- oder Mac-Programmen. Manchmal sogar besser. Denn Atari-Programme sind meistens nicht so umfangreich wie die der großen Konkurrenten -- und das ist kein Nachteil! Denn in einem kleinen, handlichen Programm findet man sich schnell zurecht. Sogar dann noch, wenn man mal längere Zeit nicht damit gearbeitet hat. Ein kleines Programm belegt nicht so viel Platz auf der Festplatte, begnügt sich mit wenig RAM und Rechenzeit: Man ist nicht ständig gezwungen, den Computer aufzurüsten, damit die neue Version auch noch in vernünftiger Geschwindigkeit läuft. Ein kleines Programm bietet trotzdem fast immer alle Funktionen, die der Privatanwender so braucht und versteckt die gesuchte Funktion nicht unter einem Haufen von Möglichkeiten, die man sowieso nie benutzt.

Atari-Software kommt vergleichsweise oft aus Deutschland, erstellt von fleissigen Sharewareautoren oder mittelständischen Firmen mit wenigen Mitarbeitern. Das bedeutet: Die Leute sind erreichbar. Man braucht nicht einmal seine Englischkenntnisse aus der Schule hervorzugraben, nur um mal eben einen kleinen Verbesserungsvorschlag zu unterbreiten. Oft bekommt man sogar eine persönliche Reaktion auf derartige Vorschläge! Wenn man ein Sharewareprogramm bezahlen möchte, muss man sich keine Gedanken darüber machen, ob man sich nun eine Kreditkarte zulegt oder ob man eine Dollarnote in einen Briefumschlag stecken möchte -- man überweist das Geld auf das Konto des Autors oder schickt ihm einen Verrechnungsscheck. Meistens bekommt man innerhalb kürzester Zeit dann auch den Registrationscode.

Wenn man die Hotline einer Atari-Softwarefirma kontaktiert, sitzt man am anderen Ende kein überlasteter Mitarbeiter eines Call-Centers, sondern ein Mitarbeiter der Firma, nicht selten sogar einer der Programmautoren.

Manchmal ist Atari-Software sogar schlichtweg genial! Der Desktop jinnee ist der beste seiner Art auf allen Systemen.

  • Für Mac-User: Der Desktop ist so etwas wie der Finder. jinnee ist allerdings besser.
  • Für Windows-User: Der Desktop ist so etwas wie eine Symbiose aus Windows-Schreibtisch und Windows-Explorer (vorm. Programm-Manager und Datei-Manager). jinnee ist allerdings besser.
  • Für Amiga-User: Der Desktop ist so etwas wie ... ääääh, nennt Ihr das immer noch die Workbench? Egal, jinnee ist sowieso besser.
  • Für Linux-User: Ich weiß nicht, wie Eure Betriebssystem-Oberfläche heißt und wie die so ist. Aber ich bin sicher: jinnee ist besser.
  • Für ehemalige Atarianer: Ihr wisst, was der Desktop ist. Vergesst aber mal das, was Ihr früher auf Eurem 1040 STFM gesehen habt. jinnee ist um Längen besser.

Das beste daran ist: jinnee ist das Werk eines einzigen Programmierers. Wenn ich mir dagegen die jeweiligen Pendants unter Windows und MacOS anschaue; wenn ich mir vorstelle, dass das die Produkte jahrelanger Arbeit ganzer Teams von Programmierern sind, kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass die sich die meiste Zeit an den Füßen gespielt haben. Das ist ungefähr so, als würde Bayern München gegen Rot-Weiss Essen spielen und 0:8 verlieren!

Und wer noch nie mit einer Dateiauswahl (auch: Fileselector, Öffnen-/Sichern-Dialog usw.) wie Freedom oder BoxKite gearbeitet hat, kann sich vermutlich gar nicht vorstellen, wie groß die Arbeitserleichterung selbst bei so simplen Dingen wie dem Öffnen und Sichern von Dateien sein kann.

Atari-Software ist auch günstig zu erwerben... Ach so, stimmt: Das ist kein Argument. Ihr habt Euer MS Office ja sowieso alle raubkopiert. Naja, dann kann ich immerhin sagen, dass ich ein reines Gewissen habe, ohne dabei arm geworden zu sein.

Ach, und fast hätte ich es vergessen: Natürlich gibt es heutzutage weniger Atari-Programme als früher; aber es gibt immer nur genug Programme, die immer noch weiterentwickelt werden. So gut wie alle Programme, mit denen ich arbeite, liegen mir in relativ aktuellen Versionen vor.



Aber PCler und Macianer finden natürlich immer etwas zu meckern, z.B. kommen so Sprüche wie die folgenden:

»Aber ausser Arbeiten spiel ich auch mal gerne am Computer.«
Na gut -- einstmals als Spielecomputer belächelt, können Ataris in diesem Bereich nicht mehr mithalten. Aber wisst Ihr was? Es stört mich nicht. Ich habe zwar einen Mac ( >>> Tobias' tolle Atari-Systeme), aber mit dem spiele ich nicht einmal. Dafür habe ich eine Playstation und muss meine Festplatte auch nicht mit hunderten von Megabytes zumüllen, um mir mal ein neues Spiel anzuschauen.

»Bei meinen Programmen sind immer zweihundertausend Clip-Arts und fünfeinhalb Millionen Fonts dabei. Das ist bei Deinen kleinen Atari-Programmen ja wohl kaum der Fall.«
Auch das ist richtig, und auch das stört mich nicht. Wenn ich zweihundertausend schäbige Clip-Arts und fünfeinhalb Millionen miserable Fonts haben will (und nichts anderes liegt den Programmen bei), kaufe ich mir für 'n Butterbrot eine entsprechende CD-ROM im Elektronikmarkt. Aber da ich weder auf schäbige Clip-Arts, noch auf miserable Fonts scharf bin, spare ich lieber viele Butterbrote, bis ich sie gegen eine kleine Sammlung hochwertiger Clips-Arts und professioneller Fonts eintauschen kann. Benutzen kann ich die nämlich auch auf meinem Atari.

»Ich nehme oft Texte oder Grafiken von der Arbeit mit nach Hause oder tausche sie mit einem Freund aus. Das klappt ja nicht, wenn man einen Atari hat.«
Falsch. Grafiken sind eh kein Problem. Und der Austausch von Textdokumenten kann zwar schon mal Probleme machen, aber nur die gleichen Probleme, die man hat, wenn auf der Arbeit/bei dem Freund eine andere Textverarbeitung -- ja, liebe Windows-Jünger, es gibt auch andere als MS Word -- installiert ist. Manchmal macht der Datenaustausch sogar weniger Probleme, als wenn man versucht, Dokumente zwischen zwei verschiedenen Word-Versionen zu transferieren.

»Aber als Atari-Besitzer steht man so alleine da! Wer hilft einem, wenn man Probleme hat?«
Oh Gott! Heul doch! Vielleicht beschäftigst Du dich mal selbst mit deinem Computer, was? Du bestehst ja auch nicht darauf, dass Du stets einen Beifahrer im Auto hast, der Dich gelegentlich daran erinnert, welchen Sprit Du wo reinfüllen musst oder wo denn noch einmal die Bremsen sind.
Außerdem: Wozu gibt's das Internet? Hilfsbereite Atarianer findest Du dort auf jeden Fall.

»Ja, vielleicht sind die Ataris ja gar nicht so schlecht. Aber Windows-PCs sind nun einmal Standard, und mit Standards fährt man immer am besten.«
Anmerkung: Hier kann man statt »Ataris« auch »Macs«, »Linux-PCs« oder »Amigas« einsetzen.
Na, diese Einstellung bewundere ich von ganzem Herzen! Mit so einer Einstellung kann man sich auch einen Golf kaufen -- und zwar nicht, weil man ihn für ein gutes Auto hält, sondern weil die meisten anderen ihn auch haben. Man hat vermutlich den gleichen Fernseher wie alle Nachbarn, trägt die gleiche Krawatte die meisten Kollegen und kauft sich immer die Songs, die in den Charts gerade auf der Nummer 1 stehen -- wiederum nicht weil man sie mag, sondern eben weil sie ja auf Nummer 1 stehen. Kann ja gar nicht falsch sein.

Ach, das macht Ihr nicht? Und wieso muss es beim Computer dann immer der Standard sein?

»Da hat man die wenigsten Probleme.«
Erstens wage ich das zu bezweifeln. Wäre mir neu, dass man mit Windows-PCs ganz, ganz wenige Probleme hat. Dann frage ich mich auch, weshalb die PC-Zeitschriften immer so vollgestopft sind mit Problemvermeidungs- und Problemlösungsstrategien (besser bekannt als »Tipps & Tricks«-Rubrik). Man hat höchstens andere Probleme.
Und zweitens hat das in meinen Augen etwas davon, stets den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Und das machen nur Langweiler und Dummköpfe.



Natürlich sind nicht alle Windows-User automatisch Langweiler und/oder Dummköpfe. Unsere armen Jugendlichen z.B. haben ja nicht einmal eine vernünftige Chance, andere Systeme kennenzulernen: Der iMac steht im NBC GIGA-Studio verschämt in der Ecke und wird wenig beachtet, wenn seine Maus nicht gerade in Utas Moderationspause von ihrer Hand zärtlich berührt wird, was man ja noch beneiden kann. Das Wort »Linux« fällt auch nur alle Jubeljahre. Ich bin kein fleissiger GIGA-Gucker (was man an anderer Stelle auch ausführlicher nachlesen kann), aber ich bin ziemlich sicher, dass Systeme wie Atari, Amiga oder BeOS selten bis nie erwähnt werden.

Und sicherlich gibt es beizeiten auch gute Gründe, sich einen Windows-PC zu kaufen. Aber es gibt genauso gute Gründe, sich für einen Mac, einen Linux- oder BeOS-Rechner, einen Amiga oder eben einen Atari zu entscheiden. Anders als beim Highlander muss es letztendlich nicht nur einen geben.

Jeder akzeptiert es, wenn man sich ein ganz bestimmtes Auto, eine ganz bestimmte Hose oder ein ganz bestimmtes Klopapier kauft mit der Begründung: »Mir gefällt dieses Auto/diese Hose/dieses Klopapier eben am besten«, selbst wenn einige logische Gründe wie Preis-/Leistungsverhältnis o.ä. für ein anderes Produkt gesprochen hätten. Ich sehe es nicht ein, warum derartige gefühlsmäßige Entscheidungen -- man sagt auch: »Aus dem Bauch heraus« -- nicht auch für Computersysteme gelten sollten.

Zu Beginn des Kapitels »Warum Atari?« habe ich gesagt, dass man diese Frage eigentlich nur mit: »Warum nicht?« beantworten könne. Und genau das hier geschilderte meine ich damit: Ich kann mit Atari-Software das machen, was ich am Computer so machen will. Mein Nachbar verlangt nicht von mir, dass ich das gleiche Auto fahre, die gleiche Hose trage, das gleiche Klopapier benutze wie er.
Wieso also sollte ich das gleiche Computersystem nutzen?

Und überhaupt: Ich möchte auch nur mal einen Windows-User treffen, der den Satz »Ich bin ein Windows-Fan, weil ...« nicht beendet mit:

  • »... das halt der Standard ist/das alle Leute haben.«
  • »... es für Windows die meisten Spiele gibt.«
  • »... ich mir von zig Bekannten Windows-Programme kopieren kann.«
  • »... wir das in der Firma auch haben.«
  • »... die das bei GIGA auch haben.«
  • »... es doch nichts anderes gibt, oder?«

Ich möchte nur einmal erleben, dass jemand sagt:

  • »Ich bin Windows-Fan, weil ich mir verschiedene Betriebssysteme angeguckt habe und fand, dass Windows das beste, komfortabelste, effizienteste, innovativste auf dem Markt ist.«

Aber kein Wunder, dass ich das noch nicht erlebt habe: Wer sich wirklich verschiedene Betriebssysteme angeguckt hat, kann eigentlich gar nicht zu diesem Schluss kommen, weil diese Aussagen auf Windows einfach nicht zutreffen. Warum nicht? Ganz einfach:

  • Das beste... nun gut, das ist sowieso die Schlussfolgerung aus den folgenden Punkten:
     
  • Das komfortableste -- nun, in früheren Zeiten war das MacOS um Längen komfortabler. Das hat sich mittlerweile zwar relativiert, aber unterm Strich scheint mir das auch heute noch so zu sein. Und wer einmal gesehen hat, wie einfach man unter MagiC mit IConnect den Internetzugang für unterschiedliche Leute oder unterschiedliche Provider einrichtet; wie problemlos der Wechsel von Druckertreibern vonstatten geht; wie leicht man Programme wieder deinstallieren kann, ohne dass sie Spuren hinterlassen, der wird auch dieses vergleichsweise einfache Betriebssystem zu schätzen lernen;
     
  • das effzienteste -- nun, man kann ja vieles über Windows sagen, aber ganz bestimmt nicht, dass es effizient wäre! Dazu muss man nur mal gucken, unter welchen geringen Hardwareanforderungen MagiC und -- nach allem, was ich gehört habe -- auch BeOS zu guter Performance auflaufen.
     
  • das innovativste Betriebssystem ist Windows nun ganz, ganz bestimmt nicht. Die guten eigenen Ideen von Windows kann man wohl an einer Hand abzählen, möglicherweise an beiden. Wann haben MS sich wirklich gute Sachen selbst ausgedacht und nicht bei anderen geklaut? Die Tatsache der Innovationslosigkeit wird sogar von Drittanbietern allgemein anerkannt: Selbst als die Computer -- ohoooo -- mit USB ausgestattet wurden, gab es kaum Geräte für den Anschluss an diesen Port zu kaufen. Aber kaum hatten Apple den iMac auf den Markt gebracht, überschlugen sich die Drittanbieter in dem Wettbewerb, wer als erster alle möglichen und unmöglichen Teile für den USB anzubieten.
     


Wie ich nun in geradezu wissenschaftlicher Weise ;-) dargelegt habe, ist der einzige Vorteil von Windows sein überwältigender Marktanteil. Und somit läuft es schließlich doch darauf hinaus: »Ich kaufe mir einen Windows-PC, weil alle anderen einen haben«, oder noch schlimmer: »Ach, gibbet da denn noch watt anderes?«
Rein aus Prinzip mit der Masse schwimmen? -- Nein danke. Da bleibe ich doch lieber bei meinen Atari-Systemen.


Ach, und zum Abschluss noch ein waaaaahnsinnig schlauer Gedanke: Kein Kunde wünscht sich, dass irgendein Hersteller irgendeines Produktes eine Monopolstellung erlangt; es sei denn, er (der Kunde) ist ziemlich dumm oder durchschaut nicht die Mechanismen der Marktwirtschaft. Wieso aber haben dann so viele Computerbesitzer Microsoft bereitwillig dabei geholfen, ein Quasi-Monopol aufzubauen und tun es immer noch?


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